Oelsnitzer U12 erreicht Platz 8 bei den East-Kids-Masters
Oelsnitzer U12 erreicht Platz 8 bei den East-Kids-Masters
Am vergangenen Wochenende erreichte das Mix-Team der Jahrgänge 2015/16 beim hochkarätig besetzen East-Kids-Masters einen beachtenswerten achten Platz. Nach Platz 2 in der Gruppenphase und Sieg im Achtelfinale, schieden die jungen Sperken im Viertelfinale gegen den späteren Turniersieger SCC Berlin (BR Volleys) aus und konnten sich im Anschluss gegen die verbliebene Konkurrenz nicht mehr durchsetzen. Das achtbeste Team aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin zu stellen ist jedoch fraglos ein herausragender Erfolg für unseren Verein.
Das East-Kids-Masters ersetzt in den Altersklassen U12 und U13 die deutschen Meisterschaften als höchstmögliches Turnier. Die Qualifikation erreichen die besten drei Teams aus den Landesmeisterschaften aller ostdeutschen Bundesländer mit Ausnahme Mecklenburg-Vorpommerns. Anders als bei der sächsischen U12, wurde das Turnier im 3 gegen 3 statt 2 gegen 2 und mit diversen Regeländerungen ausgetragen. Als sächsischer Vizemeister sicherte sich der VSV Oelsnitz erstmals die Berechtigung zur Teilnahme. Mit großer Vorfreude und Respekt hatten die jungen Sperken in den vergangenen Wochen auf diesen Saisonhöhepunkt hin gefiebert.
Die Reisegruppe, bestehend aus sechs Spielern, Betreuern und etwa 15 Angehörigen, brach am Freitag nach dem Abschlusstraining gen Erfurt auf. Das Turnier sollte nicht nur sportlich, sondern auch menschlich als Abschluss eines erfolgreichen Jahres genutzt werden. Der Vorabend wurde gemeinsam beim Italiener verbracht und für eine kurze Würdigung der bisherigen Leistungen genutzt.
Am Samstagmorgen zog das Team dann an den Ort des Geschehens. Die mit Fahnen dekorierte Halle, die zahlreichen jungen Volleyballer und die großen Namen der vertretenen Vereine ließen die jungen Sperken zunächst in Ehrfurcht verharren. Bei der Eröffnungsfeier fielen nervöse Blicke auf Gegner und Ränge. Die Anhänger des VSV Oelsnitz, standesgemäß ausgestattet mit Sperkenfront Schals, gaben hier jedoch schon mal den Ton an.
Dann ging es los. Etwas glücklich war vielleicht der Umstand zunächst nicht im Zentrum des Geschehens zu stehen, sondern in Halle zwei, mit nur einem Spielfeld, anzutreten. Erster Gegner war Sonneberg, drittplatziertes Team aus Thüringen. Oelsnitz startete etwas besser in die Partie, doch Sonneberg glich bereits kurz darauf aus. Beide Teams waren nervös und die Halle aufgrund der Außentemperaturen bereits auf Saunaniveau. Lange waren die Sonneberger aufgrund ihres mutigeren Spiels vorn. Beim Zwischenstand von 17:22 sahen sie bereits wie der sichere Sieger des ersten Durchgangs aus. Doch dann ging ein Ruck durch die Mannschaft. Ein paar starke Aufschläge, Abwehr und Angriffsaktionen später, glichen die Oelsnitzer aus und sicherten sich doch noch den ersten Satz. Was für eine Erleichterung! Sonneberg war sichtlich getroffen und Oelsnitz fand zur gewohnten Form. Der zweite Satz verlief deutlicher. Weniger eigene Fehler bedeuteten mehr Spiel und da Oelsnitz taktisch diszipliniert verteidigte konnte man sich absetzen und auch den zweiten Satz gewinnen. Ein erster Sieg! Zumindest werden wir nicht Letzter!
Spiel zwei war gegen den Vizemeister Sachsen-Anhalts, den VC Straßfurt. Dieser hatte sein erstes Spiel gegen den Berliner TSC deutlich verloren und kam sichtlich geknickt in die Halle. Oelsnitz konnte vom Momentum profitieren und erspielte sich schnell eine komfortable Führung. Grund genug allen mitgereisten Spielern Feldzeit zu geben und das Stammteam zu schonen. Luca, Lynn und Till machten ihre Sache zum Ende von Satz 1 sehr gut und überzeugten das Trainierteam ihnen im zweiten Durchgang von Beginn an die Möglichkeit zu geben sich zu beweisen. Der VC Straßfurt hatte nun jedoch ein Wörtchen mitzureden. Der Gegner stabilisierte sich und setzte sich zurecht Schritt für Schritt von Oelsnitz ab. Die Rückwechsel kamen zu spät und konnten am Satzverlust nichts mehr ändern. Im Tie-Break stellten Lara, Theo und Nils die Dominanz aus Satz 1 jedoch wieder her und sicherten den verdienten zweiten Sieg im zweiten Spiel.
Damit war klar: das Achtelfinale ist erreicht. Ein Sieg gegen den Landesmeister Berliner TSC würde den direkten Einzug ins Viertelfinale und das vorzeitige Ende des ersten Tages bedeuten. Das Wissen um die Stärke der Berliner Mannschaften bedeutete aber, dass das Ziel für das letzte Vorrundenspiel nicht der unbedingte Sieg, sondern auch das Schonen der Kräfte für ein potenzielles Achtelfinale sein musste. Die unglaubliche Hitze in den Spielstätten hatte schon von Beginn an Tribut verlangt und je länger der Tag sein würde, umso wichtiger würde das Haushalten mit den eigenen Kräften werden.
Der Showdown mit dem Berliner TSC fand in der Haupthalle, vor der großen Tribüne, statt. Für Trainer Tim Neuber war es nicht nur die Begegnung mit seinem ersten Verein der Jugend, sondern auch ein Wiedersehen mit seinem ersten Trainer, Gustav Lenk, welcher ihn bereits von Klasse 4 bis 6 in den ersten Jahren als Volleyballer begleitete. Theo, Lara und Nils starteten bärenstark in die Partie. Sichtbar befreit durch die ersten Erfolge des Tages boten sie attraktiven Volleyball auf höchstem Niveau. Das Match gestaltete sich lange eng, doch Berlin erarbeitete sich einen kleinen Vorsprung. Für Oelsnitz war dieser zu klein, um den Satz abzuhaken, doch zu groß, um ihn zu gewinnen. Also sollte auch in Satz zwei noch mal alles probiert werden, um eine Überraschung zu schaffen. Doch wieder bot sich das gleiche Bild. Die Berliner hatten auf das gute Oelsnitzer Spiel regelmäßig die bessere Antwort und wieder lag man zur Satzmitte mit drei Zählern hinten. Das Trainerteam entschied in den Schongang zu wechseln. Die Stammformation ging nach und nach vom Feld und Luca und Lynn, welche ihre Sache abermals gut machten, spielten das Match für den VSV zu Ende. Es war ein Achtungserfolg für Oelsnitz so lange und gut mitgespielt zu haben. Der BTSC hatte die vorherigen Gegner deutlich dominiert. Glücklich waren die Oelsnitzer mit dem Ergebnis jedoch nicht und es bedurfte einiger Taschentücher und eines kühlen Eis, um die Stimmung wiederherzustellen.
Im Achtelfinale standen die Sperken nun der zweiten Vertretung des gastgebenden Erfurter VC, dem Landesstützpunktes Thüringens, gegenüber. Entsprechend lautstark wurde der Gegner angefeuert. Doch wenn Oelsnitz spielt, ist der Teppichstädter Anhang niemandem unterlegen. Eine würdige Kulisse für ein richtungsweisendes Spiel! Satz eins verlief lange ausgeglichen. Schon im ersten Gruppenspiel gegen Sonneberg war aufgefallen, dass die Thüringer Teams vom 3 gegen 3 Modus, welcher hier bereits in der U12 Landesmeisterschaft Standard ist, profitieren konnten und eine sehr gute Feldaufteilung und -Beherrschung zu bieten haben. Auch die technischen Fähigkeiten des Gegners waren sehr gut. Mit stoischer Sicherheit setzten die Erfurter im Aufschlag immer wieder die geplanten Zielspieler unter Druck und lenkten das Angriffsspiel weg von Lara, die mit ihrer Größe sonst so wichtig für das Oelsnitzer Angriffsspiel ist. Lange hatte Oelsnitz Schwierigkeiten sich abzusetzen aber konnte im Laufe des Spiels öfter auf starke Angriffsaktionen zurückgreifen, da sich die Zuspieler geschickt positionierten und die Aufschlagtaktik des Gegners damit entkräfteten. Lara und Theo fanden zurück zur gewohnten Angriffsstärke. So gingen Satz 1 und 2 am Ende verdientermaßen in die Teppichstadt und der riesige Erfolg VIERTELFINALE war erreicht.
Das Wissen um den Gegner des Folgetages, SCC Berlin / BR Volleys, welcher mit körperlich überlegenen und technisch versierten jungen Talenten die schwerste Gruppe (VC Erfurt 1, SC Potsdam und LE Volleys) dominiert hatte, tat der Freude über den Erfolg an Tag 1 keinen Abbruch. In Hörweite des Krämerbrückenfestes ließ die Reisegruppe Oelsnitz im Hofbräuhaus den Abend ausklingen und feierte die sportliche Entwicklung der Mannschaft und den Zusammenhalt aller Eltern, Geschwister und Betreuer. Lediglich das DFB-Spiel bei der Fußball WM war tabu für die Kids, da es am Folgetag bereits um 9 Uhr den ersten Aufschlag geben würde.
Erholt und bereit standen die Oelsnitzer am Sonntagmorgen, in einer etwas abgekühlten Halle, dem haushohen Favoriten und späteren Turniersieger SCC Berlin gegenüber. Was erwartbar war, trat ein: der SCC versenkte krachende Angriffe im Oelsnitzer Feld. Es war vergleichbar mit den Spielen gegen VC Dresden in der Sachsenmeisterschaft U13. Doch anders als bei dieser, kannten die Sperken diese Situation bereits und hatten immer wieder tolle Abwehr- und Angriffsaktionen entgegenzusetzen. Am Ausgang des Spiels konnte dies jedoch nichts ändern. Am Ende deutlich und nach Einsätzen für alle Akteure, ging das Viertelfinale verloren.
Nun also um Platz 5 bis 8. Und wer ist der Gegner? VC Dresden! Ausgerechnet eine Neuauflage des Finales der Sachsenmeisterschaft musste es werden. Nur eben diesmal im 3 gegen 3. Wäre es möglich sich die Krone unter den sächsischen Teams aufzusetzen?
Mit voller Hingabe gingen die Sperken ins Spiel. Eine tolle, trotz der Temperaturen konzentrierte Leistung und sehr intelligentes Angriffsspiel, setzten Dresden von Beginn an unter Druck. Nur ist der VCD nicht irgendwer: Das Selbstverständnis wäre gewesen Oelsnitz wie bisher zu dominieren. Doch es ging Kopf an Kopf bis ins Satzfinale. Hier war am Ende sicher der Druck für den Favoriten aus Dresden oder die Überraschung ob der eigenen Stärke auf Seiten der Sperken entscheidend. Oelsnitz gewann den ersten Satz mit 25:23. Ein überwältigendes Gefühl! Doch Dresden war nicht geschlagen. Nach einem Wechsel hatten die Landeshauptstädter nun eine stärkere Verteidigung und wurden im Angriffsspiel zunehmend aggressiver. Die Nerven der Sperken begannen zu bröckeln. Luca ersetzte Nils und wusste zu überzeugen. Doch am Ausgang des zweiten Satzes änderte dies nichts mehr. Wieder Tie-Break also. Doch das Momentum war jetzt bei Dresden. Der Appell die Sorgen zu vergessen und die Chance zu genießen verhallte und Dresden erarbeitete sich einen deutlichen Vorsprung. Theo stand die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben und so bekam Lynn die Chance sich in einem verloren geglaubten Spiel nochmals zu beweisen. Auch der Gegner hatte sich jetzt für Wechsel entschieden. War das verfrüht? Wie ausgewechselt spielten die Sperken plötzlich auf und Dresden unterliefen bisher ungesehene Fehler. Punkt für Punkt kam Oelsnitz zurück doch wurde schlussendlich nicht belohnt. 13:15 lautete das denkbar knappste der möglichen Resultate und es stand die bitterste Niederlage des Turniers.
Ohne die Zeit für eine Mittagspause musste jetzt wieder die Halle gewechselt werden um im letzten Spiel nochmal auf den Gegner des ersten Spiels, Sonneberg, zu treffen. Es sollte ein positiver Abschluss einer so unglaublich erfolgreichen Zeit werden. Das letzte Spiel in Mix-Formation für die so großartig zusammengewachsene Mannschaft. Doch Sonneberg ist nicht irgendein Gegner und suchte seinerseits natürlich ebenfalls nach einem versöhnlichen Ende. Das Spiel war lange nicht mehr so attraktiv, wie die bisherigen Auftritte. Temperaturen und Enttäuschungen hatten die Nerven bereits fast verzehrt. Und wie unter den Umständen erwartbar, entwickelte sich abermals ein Krimi. Sonneberg gewann Satz 1. Oelsnitz dominierte Satz 2. Im Tie-Break entschieden Nuancen. Leider diesmal nicht zu Gunsten der Sperken. Erneut mit 13:15 und nun begleitet von zahlreichen Tränen der Enttäuschung endete das bisher größte Turnier dieser außergewöhnlichen jungen Mannschaft.
Zur Siegerehrung kamen die Teams aus dem Spiel um Platz 7 erst deutlich nach Ende des Finales, in welchem sich der SCC Berlin gegen Rotation Prenzlauer Berg (Berlin) durchgesetzt hatte. Geehrt wurden die Platzierungen der Mannschaften und ein MVP jedes Teams. Beim VSV Oelsnitz kam diese Ehrung Nils Deeg zu. Eine verdiente Würdigung seiner tollen Entwicklung in dieser Saison und seines entscheidenden Beitrags zum Erfolg der Mannschaft.
Und was bleibt am Ende als Fazit? Die Enttäuschung über Tag zwei war zunächst zu groß, um wirklich positive Stimmung aufkommen zu lassen. Auch das Bewusstsein um das Ende des Mix-Teams, in dem sich Lara und Lynn so wunderbar in die Gruppe der Jungs einbrachten, belastete das Gemüt. Doch Platz 8 unter den besten Teams im Osten Deutschlands ist ein unglaublicher Erfolg und Bestätigung der bemerkenswerten Nachwuchsarbeit der letzten Jahre. Jeder Mitgereiste wird sich noch lange an diesen Abschluss erinnern und die gemachten Erfahrungen werden letztlich dazu führen, die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen. Es geht nun in die Sommerpause, doch eines ist glasklar: dieses Team wird weiter von sich hören lassen und schon bald wird der Stolz über das Erreichte überwiegen!