VSV Oelsnitz - L.E. Volleys II
Erster Punkt für die Sperken: Oelsnitz verliert gegen Leipzig im Tiebreak
Die Sperken haben am Samstagabend zu Hause gegen die L.E. Volleys II mit 2:3 verloren (25:14, 25:22, 20:25, 17:25, 13:15). Nach zwei dominanten Sätzen lag der erste Sieg greifbar nah, am Ende steht der erste Punkt der Saison. Fast zwei Stunden dauerte das Spiel.
In den ersten beiden Sätzen setzte der VSV die taktische Vorgabe des Trainerteams diszipliniert um. Die Mannschaft stand in Annahme und Abwehr klar abgestimmt, spielte strukturiert und setzte Leipzig im Angriff und mit dem Aufschlag unter Druck. Im ersten Satz lag Oelsnitz nach einem 1:4 schnell wieder auf Augenhöhe (4:4), zog mit Serien auf 10:6 und 16:10 davon und gewann nach nur 18 Minuten 25:14. Leipzig fand kein Mittel und tauschte schon im ersten Durchgang seinen ersten Zuspieler aus. Im zweiten Satz führten die Gäste zwischenzeitlich 9:4, doch die Sperken blieben ruhig. Nach der Auszeit von Chefcoach Alexander Krug beim 19:21 holte Oelsnitz die letzten fünf Punkte zum 25:22. Getragen wurde die Mannschaft dabei von Trommlerteam und Sperkenfront. Das gab Selbstvertrauen und die Spieler konnten befreit aufspielen. Kapitän Jonas Krug sagt dazu: „In den ersten beiden Sätzen haben wir relativ wenig Fehler gemacht, in Annahme und Angriff hat sehr viel funktioniert.“ Mit dem 2:0 war der erste Punkt sicher und es sah nach den ersten drei Punkten aus.
Dann verlor die Mannschaft den roten Faden. In den Sätzen drei und vier geriet die Annahme zusehends unter Druck, und es passierte etwas, das für die junge Oelsnitzer Mannschaft zum Muster werden könnte: Sie verlor den Kontakt zu den Fans und die Stimmung. Jeder war mit sich selbst beschäftigt, der Druck der Situation brachte Unsicherheit und Konzentrationsverlust. Die Qualität der Annahme litt, über Außen und Diagonal reduzierte sich der Angriffsdruck, die Fehlerquote stieg. Auch die Mittelangreifer, bis dahin ein Erfolgsrezept im Oelsnitzer Spiel, kamen deutlich seltener zum Zug. Den Größenvorteil gegenüber dem kleineren Zuspieler der Leipziger nutzten die Sperken nur noch bedingt, die Zuordnung in Annahme und Feldverteidigung ging teilweise verloren, das Spiel wirkte fahrig. Leipzig stabilisierte sich dagegen, baute dynamischer und variantenreicher auf und fand mit den Mittelblockern zu einem druckvollen Angriffsspiel. Auch die Außenangreifer brachten ihre Bälle vielfältiger im Oelsnitzer Feld unter. Der dritte Satz ging mit 20:25 an die Gäste, nachdem es bis 7:8 offen gewesen war. Im vierten Satz stand es 4:4, dann zog Leipzig auf 15:7 davon und gewann den Durchgang mit 25:17. Jonas Krug beschreibt den Bruch so: „Im dritten Satz war auf einmal die Luft raus. Wir haben im Angriff und in der Annahme extrem viele einfache Fehler gemacht, Leipzig hat seine Fehler größtenteils abgestellt, und wir sind in den Sätzen drei und vier nicht mehr reingekommen. In den Sätzen eins und zwei haben wir extrem viel Stimmung auf dem Feld gemacht, die war ab Satz drei irgendwie weg. Es war ganz komisch, als stünde plötzlich eine andere Mannschaft auf dem Feld.“
Im Tiebreak stellte Krug taktisch um und schickte Roman Günther und Phillip Möckel von Beginn an aufs Feld. Die Sperken setzten sich überraschend deutlich ab, führten 3:0 und 6:2, und Leipzig musste zweimal die Auszeit nehmen. Doch die Gäste gaben sich nicht geschlagen und nahmen den fast aussichtslosen Kampf an. Von den nächsten elf Punkten holten sie neun und führten beim 11:8 und später 13:10. Oelsnitz konnte den Satz nicht diszipliniert herunterspielen, Druck und Nervosität führten zu einem Bündel technischer Unzulänglichkeiten und individueller Fehler eines jeden Einzelnen. Der Kapitän sagt: „Im fünften Satz führen wir 6:2 und bekommen es nicht hin, unser Side-out zu halten, weil wir im Angriff die Bälle nicht mehr tot bekommen haben.“ Die Sperken kamen noch auf 12:14 heran und wehrten beim 13:14 einen Matchball ab, den zweiten verwandelte Leipzig zum 15:13 und nahm zwei Punkte mit nach Hause.
Zum wertvollsten Spieler wurde bei den Gästen Dinh Long Tran gewählt (Gold), beim VSV Jonas Krug (Silber). Geleitet wurde das Spiel von Frank Eberhardt und Michael Albert. Gegen die Leipziger bleibt der VSV damit auch im Heimspiel ohne Sieg, so wie schon im Hinspiel der Vorsaison, das ebenfalls erst im Tiebreak verloren ging.